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Yoga - Ashtanga-Yoga
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In meinen Kursen werde ich oft nach einem guten Yoga-Buch gefragt, eine Frage, die ungefähr so schwierig zu beantworten ist, wie die richtigen Zahlen der wöchentlichen Lotterie vorauszusagen. Es gibt keines. - - - Weiterlesen?
Bitte hier klicken:

Nachdem wir uns eine erschreckend lange Zeit fast buchlos und damit geradezu blind von Haltung zu Haltung gehangelt haben, hat sich die Situation auf dem Buchmarkt verändert. Es ist deshalb an der Zeit, sich mit dem Feld der Texte neu zu beschäftigen und sich zu fragen: Warum, um Himmels willen, greift ein Übender zu einem yogischen Buch? Bei genauerem Hinsehen würde er es schnell wieder zuklappen und noch rascher ausrufen: Warum, um Himmels willen, schreiben manche ein Yoga-Buch? - Wer sich dennoch textlich mit den Feinheiten der yogischen Bewegung auseinandersetzen möchte, muss lesen, dann aber sollte die Zeit mit hilfreichen Büchern genutzt werden.

Natürlich ist meine Auswahl subjektiv, noch mehr werden es die Kommentierungen sein. Ich habe in stiller Stunde alle meine Kommentierungen überarbeitet und manch altklugen Ratschläge, übereilten Urteile oder niederschmetternde Bewertungen neu justiert und mancherorts, weiser an Jahren und Erleuchtung, dezent zurückgenommen. Offensichtliche Mängel jedoch, Ungenauigkeiten oder andere Hanswursteleien müssen als solche auch weiterhin angesprochen werden und führen zu einer Abstufung.

Zwecks besserer Übersichtlichkeit wurden die einzelnen Kommentierungen als pdf-Dokumente hinterlegt, die sich beim Anklicken entfalten und dem Leser, wenn er Glück hat, neue Horizonte öffnen. - Dennoch gilt nach wie vor: Kein noch so gutes Buch kann einen guten Unterricht ersetzen, zu umfassend ist die Kunst des Yoga, als dass sich alle yogische Weisheit zwischen zwei Deckel klemmen ließe.

Besonders hilfreich sind


 
Beryl Bender-Birch

Power Yoga

 

Tara Fraser

Ashtanga-Yoga für Einsteiger


Silva, Mira & Shyam Mehta


Yoga Gymnastik
(zu Iyengar-Yoga)


Susanne Alfuß

Ashtanga-Yoga.
Power für Körper, Geist und Seele

                                                         



Sri K. Pattabhi Jois

Yoga Mala


                                                        

David Swenson

Ashtanga-Yoga

 
 
Lino Miele

Astanga Yoga



John Scott

The Definitive Step-By-Step
Guide to Dynamic Yoga



Die weiteren Bücher erscheinen alphabetisch sortiert, so dass von einer frühen Erwähnung keine Rückschlüsse auf dessen Qualität zu ziehen ist.



Liz Lark

Super-fit mit Power Yoga
                                                        

Kia Meaux

Power Yoga

Sowie andere ...

Larry Schultz: Ashtanga. Nauli Press, 2000. (englisch). Ein querformatiges Werk mit Spiralbindung, das den weiten Weg aus den USA nur für Ashtanga-Freaks lohnt. Durchweg nur mit Zeichnungen versehen bietet es die üblichen Informationen über diese Yoga-Richtung und die erforderlichen Dinge für die Haltungen. Das ausführende Männchen mag man als Bruder von Meister Propper identifizieren, indes ist es gesichtslos und wirkt dadurch ziemlich ausdrucksschlapp. Es gibt schönere Kreaturen!


Aus Mangel an Büchern zu Ashtanga-Yoga, aber auch deshalb, weil die Haltungen bei Iyengar-Yoga z.T. identisch sind, empfehle ich – selbstverständlich – auch die Bücher unserer Brüder und Schwestern der weltweit anerkannten Yoga-Richtung nach B.K.S. Iyengar. Und dies aus gutem Grund, denn in der Regel sind sie außerordentlich gut und können eine wertvolle Ergänzung sein.


B.K.S. Iyengar

Licht auf Yoga

                                                  

B.K.S. Iyengar

Der Baum des Yoga
.

Gita Iyengar

Yoga für die Frau



Der Laie wundert sich und staunt, wenn er erfährt, dass es so viele Yoga-Richtungen gibt wie menschliche Charaktere. Yoga sollte zu einer Freiheit des Geistes hinführen, so dass ein scheuer Blick auf verwandte Yoga-Gebiete durchaus mit leckeren Früchten belohnt werden kann.


Sandra Anderson, Rolf Sovik

Yoga”, Integral Verlag, 2004.
 


Bikram Choudhury

Bikram’s Beginning Yoga Class

T.K.V. Desikachar

Yoga – Tradition und Erfahrung

Paul Grilley

Taoist Yoga

Cain Carroll, Lori Kimata

Partner Yoga

Godfrey Devereux

Dynamic Yoga

Godfrey Devereaux

hatha yoga

Donna Farhi

Yoga Mind, Body & Spirit

Donna Farhi

The Breathing Book

Judith Lasater

Relax & Renew

Sam Dworkis

ExTension

Helga Pfretzschner


Yoga-Üben in Schritten

 


Karin Albrecht, Stephan Meyer, Lukas Zahner: Stretching – Das Expertenhandbuch. Haug-Verlag, 3. Auflage 2001. Ein Fachbuch, das über verschiedene Dehnungstechniken Auskunft gibt, aber keine große Einordnung vornimmt, so dass der Leser bereits über Vorkenntnisse verfügen sollte. (Gesichtslose Männchen wirken durch eine Frisur etwas freundlicher.) Es werden eine Menge von Übungen für verschiedene Körperzonen gezeigt und in ihrer Schwierigkeit bewertet; darüber hinaus wird auf Belange bei Senioren, Kindern und Jugendlichen eingegangen. Kein Muss für einen Yoga-Übenden. 

Denise Austin: Pilates for every body. Rodale, 2002. (englisch). Wem die tägliche Schinderei nicht reicht und wer seinen body weiter formen will, wird in diesem Buch eine gute Anleitung finden: Es gibt kurze Übungsreihen für verschiedene Körperbereiche, und man kann an Schaubildern genau erkennen, für welche Muskelpartien die Übungen förderlich sind. Im Innenteil des Buches finden sich leider nur Schwarzweiß-Fotos, und man fragt sich als Yoga-Übender unwillkürlich, warum Denise bei jeder Übung in die Kamera schaut; vielleicht braucht der Pilates-Schüler ja immer wieder eine Aufmunterung. 

Reinhard Brunner: „Hörst du die Stille?“, Kösel-Verlag 1998. Im Zeitalter der Computer, Fernseher und Handys bewegen sich Kinder oft genug in irrealen Welten, die sie von den Erfahrungen einer Welt abkoppeln, aus der sie kommen, der sie nicht entfliehen können und ohne in ihr zu sein sie kein zufriedenes, glückliches und gesundes Leben führen können.
Die Taten entgleister Jugendlicher füllen die Medien. Erfahren die Kinder eigentlich noch, wie „der Wind durch die Bäume streicht, die Regentropfen ans Fenster trommeln, wie wir Wasser auf unserer Haut spüren oder einen Kieselstein in unserer Hand? Allzu oft gehen diese Wahrnehmungen in der Hetze des Alltags unter. Wir können sie jedoch mit unseren Kindern zusammen neu erleben und ihnen dabei zeigen, wie bereichernd ein gelassener und achtsamer Umgang mit uns und unserer Umwelt sein kann.“
Meditative Übungen für Kinder und Jugendliche im Alter von 5 bis 16 Jahren – ich wünschte, wir hätten solche Übungen in der Schule gemacht. Der Autor ist Psychoanalytiker und Professor für Erziehungswissenschaften, so dass nicht befürchtet werden muss, auf esoterisches Pampelmus zu treten.

Jennifer Kries: Pilates Plus Method. Warner Books, 2002. (englisch). Pilates bleibt Pilates, auch wenn man es mit Yoga oder Ballett mixt... Dieses mit vielen großen Schwarzweiß-Fotos ausgestattete Buch führt in die grundlegenden Pilates-Übungen ein und bezieht auch Yogapositionen wie den Sonnengruß mit ein. Ansonsten gilt das, was ich bei Denise Austin bereits zu Pilates erwähnt habe. Als eine Bereicherung der eigenen körperlichen Praxis durchaus empfehlenswert, es stärkt unsere Mitte und vermag dadurch einen Beitrag für unser Ashtanga-Yoga zu leisten, da wir einen intensiven Kontakt zu unserem Uddiyana-Bandha herstellen. 

Charlotte Joko Beck: Zen im Alltag. Knaur Verlag 2000. Als Vertreterin des „ordinary zen“ führt Charlotte Beck den Leser lesenswert in die Welt des Buddhismus ein: „Mein Hund macht sich keine Gedanken über den Sinn des Lebens. Es beunruhigt ihn vielleicht, wenn er sein Frühstück nicht bekommt, aber er sitzt nicht da und denkt darüber nach, ob er ein erfülltes Leben haben wird, ob er Freiheit oder Erleuchtung erlangen wird. Solange er etwas zu essen und ein bisschen Zuneigung bekommt, ist er mit seinem Leben zufrieden. Wir Menschen sind nicht wie Hunde. Wir haben einen egozentrischen Kopf, der uns in die größten Schwierigkeiten bringt. Wenn wir nicht zu der Erkenntnis kommen, dass der Fehler in der Art liegt, wie wir denken, wird das Bewusstsein, das wir von uns selbst haben und das unsere höchste Gabe ist, zugleich auch unser Scheitern bewirken.“ – Sitzungen im ordinary zen sind übrigens bei einer Gruppe in Hamburg möglich - http://www.ordinarymindzen.org

Jacqueline C. Lair / Walther H. Lechler: „Von mir aus nennt es Wahnsinn“, Kreuz-Verlag 1980. In dieser Rubrik der ergänzenden Literatur habe ich schon auf das interessante Buch von Dr. Irina Prekop hingewiesen („Hättest du mich festgehalten“), das auf die heilsamen Wirkungen der Festhaltetherapie eingeht.
Jemanden, der in tiefer seelischer Not ist, so lange mit Liebe zu umarmen, bis er seine Wut und seinen Kummer ausgeweint hat, damit er sich freier und zufriedener fühlen kann, ist eine für manche Menschen im ersten Moment befremdliche Art, Kinder zu ihrem Glück zu „zwingen“. Es geht bei diesem Festhalten jedoch um weit mehr als nur um das Erreichen eines „happy feeling“, nämlich: „Die schönste Phase des Festhaltens war dann, wenn das Weinen zu Wimmern wurde, wenn wir uns trösteten und uns streichelten, wenn wir unseren Kummer und unsere Angst hinter uns gelassen hatten, uns intensivst spürten und uns dabei offen und liebevoll in die Augen sahen. In meinem ganzen bisherigen Leben hatte ich bis dahin keine tröstlicheren Momente erlebt, wie die mit meiner Tochter, wenn wir gemeinsam aus dem tiefen Dunkel heraus zum Licht gingen und uns dabei in den Armen hielten“ (S. 149).
http://www.prekop-institut.com
Diese Bindungslosigkeit aus einem Grundgefühl der Liebe heraus zu überwinden und das Wiederaufspüren und Zulassen eigener verdrängter Bedürfnisse, andere Menschen zu umarmen sowie von anderen Menschen festgehalten zu werden und damit ganzheitlich gesund zu werden, ist das Thema dieses ‚Wahnsinns‘-Buches, das aus beiden Pespektiven berichtet, zum einen aus der Sicht der Klinik-Besucherin Lair, aber auch aus der Sicht des Arztes. Auch wenn ich mir zugegebenermaßen etwas mehr von den 300 Seiten versprochen hätte, die als Protokoll einer Heilung angekündigt werden, bekommt der Leser zwar nicht die tiefsten Einblicke in das Procedere des Bonding, also des Festhaltens bei Erwachsenen, nimmt aber doch an den Wirkungen teil, die diese Therapieform bei Jacquelinge Lair ausgelöst hat. „Wir scheuen uns davor, einander zu berühren, weil wir vollgestopft sind mit Verhaltensregeln, die uns Derartiges untersagen.“
Mittlerweile scheint die Welt sich zu wandeln und immer mehr Menschen spüren, wie wichtig körperliche Berührung ist. Nachdem man den ersten Schritt getan hat, mittels Yoga einen neuen Zugang zu seinem Körper zu finden, ist nun der nächste Schritt an der Reihe, die elementaren körperlichen Bedürfnisse des menschlichen Wesens nicht mehr zu leugnen, sondern anzuerkennen. Die Schmuseeinheiten, die wir unserer geliebten Hauskatze oder dem sabbernden Schäferhund zu Teil werden lassen, sollten wir auch anderen Menschen schenken, aber uns auch eingestehen, dass wir selbst sie brauchen. So verwundert es nicht, dass aufgeschlossene Menschen sich zu diesen gefühlten Bedürfnissen bekennen und so genannte Kuschelpartys veranstalten, wo die Teilnehmer für eine Handvoll Dollar überquellende Herzen finden. „cuddle parties are not orgies but more a way of healing ourselves from the alienation of modern life“ (Artikel bei azcentral.com). Wer glaubt, es ginge um die Befriedigung triebbedingter Reflexe, hat nichts verstanden und sollte genau dieses Buch oder das von Irina Prekop studieren!

Adelheid Meutes-Wilsing, Judith Bossert: Die Leichtigkeit des Zen. Theseus Verlag 2000. Was ist Zen? Und warum Zen, wenn wir doch eigentlich Ashtanga-Yoga parktizieren? Jeder, der Yoga übt, kommt nicht umhin, sich meditative Gedanken zu machen. Schon meine Schwester Michaela pflegte philosophisch zu fragen: Wer bin ich? Was bin ich? Wo bin ich? – Dieses Buch informiert in einer sehr herzlichen Form darüber, was Zen ist und wo seine Vorzüge liegen. Dass man als gehetzter Zeitgenosse kaum Geduld aufbringt, die eingestreuten Gedichte zu lesen, muss nicht an deren Qualität liegen, sondern vielleicht an der eigenen Ungeduld. 

Franz Mittermair: „Körpererfahrung und Körperkontakt“, Kösel-Verlag, 3. Aufl. 1996.
Dünn, aber gut! - Yoga ist Körperarbeit. Wem es gelingt, die Einheit von Körper und Geist spielerisch zu erfahren, wird mehr davon haben, als jemand, der sich nur an vorgegebene Übungs-Abläufe hält. Den Kontakt zu seinem Körper dabei zu finden, nicht zu verlieren, und auf die eigenen Gefühle und Bedürfnisse zu achten, ist ein wesentlicher Bestandteil auch im Yoga. Will man aber nicht vor lauter Gespür fürs Eigengefühl verkümmern, sollte man sich auch an die Einzel-, Partner- und Gruppenübungen heranwagen, die eine schöne Bereicherung für das Yoga darstellen und bei denen es darum geht, das Normale in der körperlichen Berührung zu finden, und darüber hinaus – und das erst Recht ‑ ihre bereichernde Erfahrung wahrzunehmen. -  Ein schönes, nützliches und dünnes Buch, das eine gute Ergänzung für Yoga-Lehrer und Gruppenarbeiter darstellt.
Als e-book zu finden unter: http://www.heldenreise.de

Jirina Prekop: Hättest du mich festgehalten... Mosaik Verlag bei Goldmann, 1999. „In der heutigen Zeit erfahren wir immer häufiger das Gegenteil vom Festhalten: die Bindungslosigkeit. Wir trennen uns alsbald von dem, der uns stört oder von dem, der uns in seiner Verzweiflung zuschreit ‚Lass mich allein!‘ - obwohl er eigentlich das Gegenteil meint und gehalten werden möchte.“ – Ich habe Irina Prekop persönlich sowie den Impetus ihrer Arbeit, die Festhaltetherapie, kennengelernt, deshalb möchte ich sie und dieses Buch empfehlen, das hinsichtlich der Voraussetzung für ein gutes Festhalten, nämlich die Liebe, besonders lesenswerte Gedanken bringt. Bonding als Festhaltetherapie für Erwachsene kann übrigens in Deutschland in dem Zentrum Hirsemühle ausgeübt werden, s.dazu unter:
http://www.prekop-institut.com
http://www.dan-casriel-institut.de/



Man muss nicht die Koffer packen und nach Indien aufbrechen, um Pattabhi Jois oder B.K.S. Iyengar in Aktion zu erleben. Zu einem Bruchteil an Kosten und Aufwand kommen sie ‑ wie auch andere Yoga-Spezialisten ‑ zu uns nach Hause. Generell sei erwähnt, dass ich kein deutschsprachiges Video zu Ashtanga-Yoga kenne, so dass alle aus dem Ausland importiert werden müssen. In diesem Zusammenhang weise ich jedoch vorsorglich darauf hin, dass beim Import aus den USA Zollgebühren anfallen können, so dass Bestellungen innerhalb Europas einfacher und billiger sind. Besonders wichtig ist, dass man sein Video auch in dem Format bestellt, das von den europäischen Videogeräten gelesen werden kann, nämlich in PAL.

Über die Bezugsmöglichkeiten informieren die jeweiligen Homepages der Protagonisten (s.u. Links); außerdem sind diverse Videos auch in speziellen Yoga-Shops zu bestellen, von denen ich hier nur einen nennen möchte, mit dem ich bisher gute Erfahrungen gemacht habe:

http://www.theyogashop.co.uk 

 


Richard Freeman: Yoga with Richard Freeman, Ashtanga-Yoga, The Primary Se­ries, Delphi-Productions, Boulder, USA. Das für Anfänger empfehlenswerte, umfassende Video in professioneller Aufnahmetechnik zur ersten Serie mit genauen Anleitungen in englischer Sprache. Sehr empfehlenswert

Richard Freeman: Breathing & Relaxation. Eine kürzere Fassung des oben erwähnten Videos – warum dann nicht gleich das kaufen? 

Pattabhi Jois: Pattabhi Jois 1st Series Video u.a.
Diese Videos zeigen Pattabhi Jois, wie er eine kleine Gruppe von Ashtanga-Yoga-Lehrern anleitet und durch die erste und zweite Serie des Ashtanga-Yoga führt. Hier kann man an einer mitübenden Lehrerin sehen, dass auch Frauen mit Ashtanga-Yoga sehr gut zurecht kommen. 

Lino Miele: Astanga Yoga, Primary Series, Full Vinyasa, Scuola di Astanga-Yoga, Rom, 1999. Ein Video für Genießer. Full Vinyasa bedeutet, daß Lino zwischen jedem Asana einen vollständigen Sonnengruß übt. Ohne Anweisungen werden auf Sanskrit die Haltungen abgezählt, darüber montiert ist der Atemrhythmus zu hö­ren. Für Interessierte an Ashtanga-Yoga ein wunderbares Demonstrations-Video und An­regung für die eigene Praxis (kein Lehrvideo). Sehr Empfehlenswert. 

David Swenson: Ashtanga Yoga, The Practise. First Series. Mit knappen Angaben führt David durch die Folge. David ist bekannt dafür, dass sein Tempo etwas schneller als gewohnt ist. Wer also ein Video zum Mitüben sucht, ist mit diesem zu Anfang vielleicht nicht ganz so gut bedient. 

David Swenson: Just Relax. Na ja. Nicht nur die Nackenrollen zu Beginn, bei denen ich die Wirbel fast schon knirschen hörte, sondern auch die weitere Ausgestaltung dieses Programms haben mich nicht überzeugt. 

Sewell Archive, Hawai: Ashtanga Yoga Videotapes von den ersten amerikanischen stu­dents, die Ashtanga-Yoga nach Europa brachten, u.a. Nancy Gilgoff, Tim Miller, Sarah Powers. Mitschnitte von classes, die in der Qualität zu wünschen übrig lassen, insofern nur sehr Interessierten zu empfehlen. Immerhin kann man angesehene Lehrer in Aktion ihres Unterrichts erleben.

 


Himalayan Institute Press Video: Yoga, Mastering the Basics. In dieser Reihe gibt es zwei Videos, die für den Einsteiger und leicht Fortgeschrittenen von Interesse sein mögen, wenn sie auch nur in wenige Haltungen einsteigen. Schöne Aufnahme, ruhige Ansage und gute Umsetzung

Mark Blanchard: Embracing Power Yoga und The Power Within. Spotlight Films. Als Ergänzung und zur Weitung des eigenen Horizonts geeignet, oder für Fans des Power-Yoga.

Godfrey Devereaux: dynamic yoga. The Power of Practice. Hier gilt das Gleiche wie bei seinen Büchern Gesagte; interessant für diejenigen, die auch mal das Umfeld von Ashtanga-Yoga erkunden wollen. 

BKS Iyengar: Yoga Asana Demonstration. Bei Mystic River sind diese Iyengar-Videos zu beziehen; die große Auswahl macht es schwer, sich zu entscheiden. Achtet bei der Bestellung auf das europäische PAL-Format! 

BKS Iyengar: Yoga verbindet in Berlin. 1996. Video in englischer Sprache, das in Deutschland bestellt werden kann. Es informiert über Iyengars Besuch in Berlin und lässt den Zuschauer an einem Vortrag teilhaben – sofern es einem gelingt, das indische Englisch zu verstehen. 

Sarah Powers: Yin & Vinyasa Yoga. Als PAL-Version nur auf Anfrage bei Ty, Sarahs Lebensgefährten, zu beziehen. In diesem zweistündigen Video zeigt Sarah ihren neuen Stil, der geprägt ist aus einer Mischung der traditionellen Yoga-Richtungen wie Ashtanga, Iyengar, Yin-Yoga sowie Ansätze des Buddhismus integriert. Eine herausfordernde Variante, die einen eigenen Ansatz hat. Sarah spricht sehr viel. 

Patricia Walden: Yoga. Deutsch!! Vielleicht eben deshalb nur dem wirklich beginnenden Anfänger vorbehalten. In dieser Reihe gibt es Videos mit verschiedenen Schwerpunkten. Mich erinnerte der Grundkurs an eine Stunde bei der Volkshochschule. Wer einen leichten Zugang sucht, wird damit zufrieden sein und das angenehme Tempo der Präsentation schätzen.



Sharath Rangaswami

Ashtanga Yoga Class
Primary Series
                                                                                       www.ashtanga.com

Eines der interessantesten Themen im Ashtanga-Yoga ist das von mir so bezeichnete „speeding“. Es bezeichnet die Geschwindigkeit, in der man die einzelnen Haltungen der Ashtanga-Yoga-Folge nacheinander übt. Richard Freeman ist ein Yogi, den man als „Häuptling des langen Atems“ nennen könnte: Ganze zwei Stunden braucht er, um alle Haltungen der ersten Serie hinter sich zu bringen. Zwei Stunden meditativer Asana-Arbeit, mit einer Ruhe, die unsere Handyverliebten in einen komatösen Tiefschlaf versetzen würde.
Ein anderer Häuptling des Ashtanga-Stammes heißt Sharath, Enkel von Pattabhi Jois. Sein Untertitel lautet: „König der heißen Matte“, denn er darf als der schnellste Ashtanga-Yogi der Welt betitelt werden. In einer knappen Stunde meistert er das, womit sich Big Richie in doppelter Zeit abmüht.
Ein Neuling wird an diesem wirklich nur Fortgeschrittenen zu empfehlenden CD-Programm scheitern. In jeder Haltung fünf Atemzüge zu machen, wird ihm genauso wenig glücken, wie sich Zeit lassen, die Asanas richtig einzunehmen. Selbst ein geübter Ashtangi wird Mühe haben mitzufliegen, besonders bei den Marichy-Haltungen; hier empfiehlt es sich dann, auf das Vinyasa (Zurückspringen) nach jeder einzelnen Seite zu verzichten und statt dessen beide Seiten direkt hintereinander zu üben, so dass man Sharats Ansagen gerade noch folgen kann.

Mit Hilfe dieser CD verwandelt man seine Matte in ein feuchttriefendes Biotop, so sehr rinnt einem der Schweiß das Brustbein hinunter, tropft von Nase, Kinn, Ellbogen oder Knien, und dort, wo sich nackte Körperpartien berühren, schmatzt es, als zöge man seine Beine frisch aus dem Watt.
Sharats Ashtanga-CD ist eine Übung, die einen genau dahin führt, wo Meister Richie schon angekommen ist, an jenen Punkt des Yoga-Übens, den man mit Punkto Nullo umschreiben könnte, andere nennen ihn die Seele. Gegen Ende der ersten Serie, wenn man durchwalkt und ausgeschweißt in der Lotoshaltung zum feinperligen Atmen kommt, spürt man diesen mittigen meditativen Punkt in seinem Inneren und kann eine große Stille in sich wahrnehmen. Kein Gedanke mehr, der sich rührt, nur mehr das beständige Dahinfließen des eigenen Atems, das ist jene meditative yogische Stufe, wohin alles Üben hinführen mag.
Legt man sich anschließend in die Entspannungshaltung Shavasana, ist nur noch eines zu spüren: das gestalttherapeutische Bedürfnis nach Trost. Vielleicht auch nur ein Gefühl, Trauer, Glück oder anderes. Das Gurgeln im eigenen Bauch zeugt von einer tiefen Entspannung und möchte gestillt werden durch das Gurgeln eines anderen Bauches. Die Festhaltetherapie (Bonding) würde nun ein gemeinsamens Liegen empfehlen. Dann, in der Tat, mündet diese Ashtanga-Yoga-Praxis in den letzten Zustand des yogischen Weges, den manche als Erleuchtung bezeichnen. Leuchten wird nichts, aber es wird ein Glücksgefühl entstehen und Zufriedenheit und ein Getröstetsein durch die Berührung des anderen. Dann ist das Tagewerk vollbracht, man kann sich anziehen, lauwarmes Volvic schlürfen, und fühlt sich wunderbar, Sharath und Ashtanga-Yoga sei Dank.


Fortsetzung folgt.




 
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