Warum - um Himmels willen - zu einem yogischen Buch greifen?


Die Qual der Wahl hat der lehrbegierige Yogi nicht nur zwischen verschiedenen Yoga-Varianten, sondern erst Recht in der Auswahl einer geeigneten Literatur.

Auch wenn Yoga vornehmlich eine Betätigung des Körpers ist, mag es für den ambitionierten Anwender dieser alten indischen Körper("kampf")kunst ratsam sein, in seinem unermüdlichen Üben auch einmal innezuhalten und den Blick in ein ausgewähltes Buch zu senken. Vielleicht offenbaren sich ihm darin technische Details, die von erfahrenen Praktikern am eigenen Leib erprobt oder von anderen Lehrern budgetneutral übernommen wurden, so dass erhoffte Fortschritte sich – fast – wie von selbst einstellen.

In meinen Kursen werde ich manchmal nach einem guten Yoga-Buch gefragt, eine Frage, die so schwierig zu beantworten ist, wie die Zahlen der wöchentlichen Lotterie vorauszusagen. Bisher gab es keines. Doch mit zunehmender Verbreitung unserer Körperertüchtigungsmethode aus dem alten Indien (heute geht bekanntlich jeder zu einem Yoga-Kurs), hat sich auch der Büchermarkt gewandelt. Mittlerweile werden wir zwar mit dummen, unützen Büchern überschüttet, die uns mit altbekannten Basics unsere letzten Nerven rauben, die wir eigentlich frohgemut zu dehnen trachteten, jedoch findet sich hin und wieder auch eines darunter, bei dessen Lektüre das Auge zu leuchten beginnt, die Gedanken sich interessiert weiten und ein beglückender Seufzer über die Übungsmatte huscht.

Das beklagenswerte Übel einer mangelnden Literatur, die klar, verständlich und informativ, die optisch ansprechend und inspirierend sowie in der eigenen Muttersprache verfasst und nicht zuletzt natürlich fundiert Auskunft auf die vielen Fragen gibt, die sich einem Anfänger – und erst Recht einem Fortgeschrittenen – stellen, liegt unter anderem darin begründet, dass unsere Yoga-Richtung von der Praxis lebt. Unser großer Vordenker und Begründer von Ashtanga-Yoga, Pattabhi Jois, wird gern mit dem Satz zitiert: Ashtanga-Yoga ist 1 % Theorie und 99 % Praxis. Vielleicht existieren deshalb leider nur wenige Bücher über diese zweifellos besondere Yoga-Richtung.

So wiederholen die neuen Bücher, die hin und wieder auf den Markt kommen, bereits Bekanntes und lassen wenig Staunenswertes entdecken, wenn sie stellenweise nicht sogar fehlerhaft sind und den Übenden in Stellungen einweisen, die nicht von dieser Welt sind und seinen anatomischen Strukturen widersprechen (oh, dear Tara!).

Der kundige Yogi betrachtet diese Herausforderung als Form der geistigen Aufmerksamkeitsschulung, die hoffentlich allenfalls in einer gewissen Heiterkeit ihr Ende findet; der Anfänger wird sich jedoch beharrlich an Monstrositäten abüben, aufgrund der Unmöglichkeit ihrer Umsetzung mit sich selbst hadern, in Sanskrit fluchend frustriert aufgeben und es vermutlich mit Jogging oder Wasserballett versuchen.

Dennoch, hier meine persönliche Auswahl an Büchern, die zu kommentieren ich mir trotzt globalisierter Schadensersatzansprüche erlaubte. Mögen diese (persönlichen!) Hinweise dem Yoga-Azubi einen ersten (persönlichen!) Anhaltspunkt geben und ihm bei dieser fußbrechenden Akrobatik den Weg zur Erleuchtung ein wenig beleuchten.

Und doch empfehle ich, so wie alle Yoga-Lehrer, nachdrücklich:

Besucht lieber unsere Yoga-Kurse!

(Und lest am Wochenende Dostojewskij.)

Druckversion Druckversion | Sitemap
Dynamisches Yoga in Kiels erster Schule für Ashtanga-Yoga